Legenden der Poker Hall of Fame IV: Edmond Hoyle

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Der Mann, der die Spielregeln definierte
 

Über das Leben von Edmond Hoyle ist überraschend wenig bekannt. Sein Geburtsjahr wird meist mit 1672 in England angegeben, aber es gibt auch Erwähnungen eines Geburtsjahres ein Jahr zuvor. Welches Jahr auch immer stimmt, er erreichte ein stattliches Alter, da er am 29. August 1769 in London verstarb. Trotz der weltweiten Bekanntheit seines Namens existieren praktisch keine Aufzeichnungen über sein persönliches Leben, seine Erziehung oder seine Ausbildung.

Was wir jedoch wissen, ist, dass Hoyle ein ausgeprägtes Talent für verschiedene Spiele hatte, besonders für Kartenspiele. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte er als Lehrer von Kartenspielen für die wohlhabende britische Adeligen und Gentlemen. Durch diese Arbeit kam er in Kontakt mit Spielen und Regeln, die oft uneinheitlich waren und zu Streitigkeiten führten.

Hoyle war für seine Zeit außergewöhnlich methodisch und analytisch. Er bemerkte, dass sich die Spieler oft über die Regeln stritten. Deshalb beschloss er, ein umfassendes Handbuch zu schreiben, das Ordnung in das Chaos bringen und sicherstellen sollte, dass die Spiele fair gespielt werden.


Warum ist Hoyle so wichtig für Poker?
 

Edmond Hoyle wurde mit seinem ersten Buch von 1742, „A Short Treatise on the Game of Whist“ (Kurze Abhandlung über das Spiel Whist), berühmt. Auch wenn dieses Buch nicht über Poker war, sollte man sich vergegenwärtigen, dass Whist angesichts seiner Popularität als Poker des 17. und 18. Jahrhunderts bezeichnet werden könnte. Zudem ist Whist (genauso wie Poker) ein Spiel von Geschick, Strategie und natürlich Glück. Nach der Veröffentlichung wurde das Buch sofort ein Bestseller. 

Der Erfolg des Buches zeigt sich daran, dass nach der ersten ausverkauften Auflage sofort Raubkopien zum Verkauf angeboten wurden. Das Konzept standardisierter Regeln, Strategien und sogar der Ethik des Spiels, das Hoyle beschrieb, war bahnbrechend.

Edmond Hoyle war auch Experte für andere Spiele und setzte nach dem ersten erfolgreichen Handbuch seine Arbeiten in den folgenden Jahren fort. Ob es nun kurze Abhandlungen über Backgammon, Schach oder andere Kartenspiele waren, Hoyle legte die Grundlagen für das Spielen von Spielen (insbesondere Glücksspiel).

Seine Arbeit diente zudem als Vorlage für spätere Handbücher, die die Regeln für Dutzende anderer Spiele einschließlich Poker festlegten. Seine Philosophie war einfach: Spiele sollten klaren, schriftlichen Regeln folgen, die allgemein akzeptiert sind. Dies war ein radikaler Schritt, da zu dieser Zeit viele Regeln mündlich überliefert und oft von Tisch zu Tisch geändert wurden.

Hoyles Einfluss auf Poker zeigt sich in drei wesentlichen Aspekten:

  • Standardisierung der Regeln: Die ersten schriftlichen Pokerregeln erschienen erst im 19. Jahrhundert, aber die Autoren dieser Handbücher, inspiriert von Hoyle, versuchten ein einheitliches System zu schaffen. Dadurch gelten heute weltweit die gleichen Regeln, ob du in einem Casino spielst oder mit Freunden.

  • Ethik und faires Spiel: Hoyles Arbeit betonte die Bedeutung von Fair Play und Ehrlichkeit. In seinen Büchern wurde die Notwendigkeit erwähnt, den „Geist des Spiels“ zu bewahren, was auch im Poker übernommen wurde. Regeln wie das Verbot der Kollusion (geheime Absprachen zwischen zwei oder mehr Spielern), das Verbot, auf die Karten der Gegner zu schauen, oder die Notwendigkeit, bei Einsätzen klar zu sprechen, sind direkte Erben seiner Philosophie.

  • Prinzipien des Spiels: Obwohl Hoyle nicht direkt über Poker schrieb, betonten seine Schriften die Bedeutung grundlegender Prinzipien, die heute das Herzstück der Pokerstrategie bilden. Hoyles Analysen der Wahrscheinlichkeiten gaben den Spielern Werkzeuge für rationale Entscheidungen. Das Verständnis, wie hoch die Chancen sind, eine starke Hand zu vervollständigen, ist die Grundlage für den Erfolg. Ebenso betonte er die Bedeutung von Strategie und Planung, was im Poker in jedem Schritt zum Ausdruck kommt, von der Preflop-Bet bis zum River. Hoyle verstand sogar die Kunst der Täuschung und legte damit die Grundlagen für eines der ikonischsten Elemente des Pokers – das Bluffen.


Einführung in die Poker Hall of Fame
 

Edmond Hoyle wurde 1979 als einer der ersten sieben Mitglieder in die Poker Hall of Fame aufgenommen. Auch wenn er vor der Entstehung des Pokers lebte, ist sein Beitrag unbestreitbar.

Sein Name wurde so bekannt, dass der Ausdruck „according to Hoyle“ in englischsprachigen Ländern bis heute verwendet wird, um zu bezeichnen, dass etwas strikt nach den Regeln gemacht wird.

Die Aufnahme von Edmond Hoyle in die Hall of Fame ist eine symbolische Anerkennung dafür, dass die Grundlage jedes guten Spiels feste und faire Regeln sind. Sein Vermächtnis erinnert daran, dass auch im Glücksspiel Ordnung und Ehre existieren.

 

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Quellen: Wikipedia, WSOP, Dignity Memorial, ClubPoker