Legenden der Poker Hall of Fame III: Felton "Corky" McCorquodale

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Kuriose Verwechslung eines Hall of Fame-Mitglieds
 

Felton "Corky" McCorquodale ist zwar Mitglied der Poker Hall of Fame, doch Informationen über ihn sind selten. Vielleicht führte dies zu einem bizarren Fehler, über den du nirgendwo liest. An der aktuellen Ruhmeswand, die ein Symbol der Poker-Geschichte ist, hängt ein Porträt, das nicht Felton gehört.

Auf dem aktuellen Foto ist James „Corky“ McCorquodale, ein Veteran des Zweiten Weltkriegs, der mit dem Hall of Fame-Mitglied nichts zu tun hat und 2015 verstarb. Offenbar kam es zu einem gravierenden Fehler, der vermutlich bei der Wiedereröffnung der Wand im Jahr 2023 im Horseshoe Las Vegas Hotel und Casino passierte. An der alten Ruhmeswand, die Benny Binion gegründet hatte, war jedoch das richtige Porträt! Diese wenig bekannte Kuriosität unterstreicht, wie geheimnisvoll Felton McCorquodale war und wie leicht man seine wahre Identität übersehen kann.


Road Gambler aus dem alten Texas
 

Felton McCorquodale wurde 1904 in Texas geboren. Über seine Jugend und frühen Jahre ist wenig bekannt, doch er gehörte, ähnlich wie Johnny Moss, zum wilden Texaner Glücksspiel. Er war einer der sogenannten „Road Gamblers“, die durch den Staat zogen und Action in hochkarätigen Spielen suchten, die damals oft in verrauchten Bars und privaten Räumen stattfanden.

Was ihn jedoch berühmt machte, waren nicht seine spielerischen Fähigkeiten. In den 20er und 30er Jahren wurde Texas Hold'em (damals nur als "Hold'em" bekannt) nur in wenigen Pokersalons in Dallas und El Paso gespielt. McCorquodale sah jedoch das Potenzial und glaubte, dass diese Variante des Pokers, mit ihrer einzigartigen Kombination aus Gemeinschaftskarten und verschiedenen strategischen Möglichkeiten, viel populärer werden könnte als das damals dominierende Seven Card Stud.


Schicksalsschritt für Texas Hold'em
 

Der größte Durchbruch in der Geschichte von Texas Hold'em geschah 1963, als "Corky" McCorquodale das geliebte Spiel in die Glücksspielmetropole Las Vegas brachte. Er stellte es zum ersten Mal im mittlerweile historischen California Club Casino vor. Hold'em gewann schnell an Popularität, aber der echte Durchbruch kam erst, als es sich in anderen Casinos wie dem Golden Nugget, Stardust und Dunes verbreitete.

Professionelle Spieler erkannten schnell, dass sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten besser gegen weniger erfahrene Spieler einsetzen konnten. Während man beim Draw Poker zwei Einsätze machen konnte, waren es beim Hold'em bis zu vier, und Strategie spielte eine weitaus größere Rolle. Ein großer Vorteil des Spiels ist auch, dass es leicht zu erlernen ist, was seine Popularität auch bei Amateurspielern schnell steigen ließ.


Grundlage der WSOP, die bis heute gilt
 

Als Benny Binion 1970 die World Series of Poker gründete, suchte er nach einem Format, das möglichst viele Spieler anziehen würde. Texas Hold'em war zu dieser Zeit bereits das populärste Cash Game in der Stadt, und so entstand die Idee für ein Turnierformat mit No Limit Texas Hold'em als Hauptturnier – dem Main Event der WSOP. Am ersten WSOP nahmen zwar nur wenige Spieler teil, aber das Format des Main Event besteht bis heute und zieht Tausende an.

Zwar sind McCorquodales Pokerfähigkeiten nicht so bekannt wie die seiner Zeitgenossen, und es gibt keine überlieferten Geschichten über seine Erfolge am Tisch, aber sein Vermächtnis liegt in einem Spiel, das die ganze Welt eroberte. Ohne seinen Beitrag und seine Überzeugung hätte es Texas Hold'em vielleicht nie aus den Hinterzimmern texanischer Spielsalons in die großen Casinos von Las Vegas geschafft. Vielleicht wäre es nie zu einem globalen Pokerspiel geworden.


Einzug in die Poker Hall of Fame
 

Felton McCorquodale wurde 1979 zusammen mit anderen Legenden in die Poker Hall of Fame aufgenommen. Obwohl sein Name in der Gemeinschaft nicht so bekannt ist wie Johnny Moss oder Nick "The Greek" Dandolos, ist sein Platz in der Hall of Fame unangefochten. Er erinnert uns daran, dass eine wirkliche Pokerlegende nicht nur derjenige sein muss, der am meisten Geld gewinnt, sondern auch derjenige, der das gesamte Spiel zum Besseren verändert.

Corky McCorquodale erlebte zwar seine Aufnahme in die Hall of Fame nicht und kannte auch nicht die Ära der WSOP, da er zwei Jahre vor der ersten Ausgabe starb. Trotzdem lebt sein Erbe in jeder Texas Hold'em-Hand weiter, die weltweit gespielt wird.

 

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Quellen: Wikipedia, WSOP, Dignity Memorial, ClubPoker