Vom kleinen Turnier zur Legende der Südhalbkugel
Die Geschichte der Aussie Millions reicht zurück bis ins Jahr 1998, als im Crown Melbourne zum ersten Mal ein großes Turnier stattfand. Damals war es noch ein bescheidener Event mit einem Buy-in von 1.000 A$, 74 Entries und einem Preispool von 74.000 A$. Doch aus dem lokalen Event wurde nach und nach ein Festival, das Spieler aus der ganzen Welt anzog.
Einen entscheidenden Wendepunkt erlebte das Turnier während des Poker-Booms. Danny McDonagh, eine Schlüsselfigur in der Geschichte der Serie und Turnierdirektor bei ihrer Rückkehr im Jahr 2026, erinnerte daran, dass der Main Event zwischen 2004 und 2007 von 133 auf 747 Entries wuchs. Die Kombination aus einer Vielzahl von Satellites, einer starken lokalen Pokernation und dem Zustrom weltweiter Profis schuf eine Atmosphäre, die Aussie Millions zu einem der angesehensten Live-Festivals der Welt machte.
Melbourne hatte immer seine eigene Poker-Identität. Es war nicht nur ein Ziel, zu dem die Spieler flogen, um an einem Turnier teilzunehmen und dann zu gehen. Die Aussie Millions hatten den Charakter eines großen sportlichen Festes. Einheimische Fans kamen, um bekannte Namen zu sehen, australische Qualifikanten erhielten die Chance, mit Ikonen des Weltpokers an einem Tisch zu sitzen, und das Crown Melbourne wurde für einige Wochen zum Poker-Epizentrum in Asien und im Pazifik.

Gus Hansen, Phil Ivey, Bryn Kenney und lokale Triumphe
Die Aussie Millions haben im Laufe ihrer Geschichte viele Geschichten hervorgebracht, die bis heute als herausragende Punkte im Poker-Gedächtnis gelten. Im Jahr 2007 gewann der legendäre Gus Hansen den Main Event, ein bekannter Name während des großen Pokerbooms im Fernsehen. Sein Triumph für 1.500.000 A$ half der Serie, noch mehr ins Bewusstsein der Fans weltweit zu gelangen.
Eine besondere Rolle spielten die High Roller-Events. Die Aussie Millions wurden zu einem Ort, an dem einige der teuersten Turniere ihrer Zeit stattfanden. Phil Ivey dominierte die 250.000 A$ Challenge, Erik Seidel gewann 2011 den Super High Roller für 2.500.000 A$, und einige Jahre später wurde Melbourne zu einem Ort, wo die größten Stars der Pokerwelt regelmäßig in extrem teuren Events antraten.
Eine starke Geschichte brachte auch das Jahr 2019. Bryn Kenney gewann damals den größten Main Event in der Geschichte der Aussie Millions, der 822 Entries verzeichnete und einen Preispool von 8.220.000 A$ hatte. Die Final Three einigten sich auf einen Deal, wobei Kenney als Sieger 1.272.598 A$ mitnahm.

Der letzte Champion vor der Pause war 2020 der Australier Vincent Wan. Der Main Event zog damals 820 Entries an und schuf einen Preispool von 8.200.000 A$. Wan erhielt nach einem Deal in der letzten Dreiergruppe 1.318.000 A$, genau wie der Zweitplatzierte Ngoc Tai Hoang. Der Final Table hatte zudem einen starken historischen Anstrich, da auch Erik Seidel dabei war, der nach vielen Jahren wieder ins große Finale der Aussie Millions zurückkehrte.
Rückkehr mit Vertrauen in einen alten Namen: Danny McDonagh erneut am Ruder
Das Comeback in diesem Jahr baut nicht nur auf dem Namen selbst auf. Das Crown Melbourne setzt auch auf die Erfahrung eines Menschen, der die Serie gut kennt. Danny McDonagh kehrt 2026 als Turnierdirektor zurück, und sein Name ist eng mit dem Wachstum der Aussie Millions verbunden. Für die Spieler ist das ein wichtiges Signal, dass das Festival nicht als einmaliger nostalgischer Rückblick wirken soll, sondern als ernsthafter Versuch, an seine beste Ära anzuknüpfen.
Der Festivalstart war symbolisch mit der Charity Celebrity Challenge, bei der 24 VIP-Gäste, bekannte Persönlichkeiten, Pokerfaces und Vertreter von Crown Melbourne teilnahmen. Event-Sieger wurde Andrew Bassat, der im Heads-up Tom Hawkins besiegte, doch dieser besondere Abend stand vor allem im Zeichen der Wohltätigkeit – für die Street Side Medics konnten über die Crown Resorts Foundation 25.000 A$ gesammelt werden.

Was bringt die Aussie Millions 2026
Das Hauptprogramm der Aussie Millions 2026 erstreckt sich vom 24. April bis 10. Mai und bietet eine Mischung aus klassischen No-Limit Hold’em-Turnieren, Bounty-Formaten, PLO, Mixed Games und High Roller-Aktionen. Das Festival beginnt mit einem 1.500 A$ Opening Event mit einer Garantie von 1.000.000 A$, aber der wahre Höhepunkt wird traditionell der 10.600 A$ Main Event sein, der am 4. Mai startet und am 10. Mai mit dem Final Table endet.
| Datum | Event | Buy-in |
| 24. – 28. April | Opening Event | 1.500 A$ |
| 28. – 30. April | Mystery Bounty | 1.500 A$ |
| 1. – 2. Mai | 5K Challenge | 5.000 A$ |
| 3. – 4. Mai | 25K Challenge | 25.000 A$ |
| 4. – 10. Mai | Aussie Millions Main Event | 10.600 A$ |
| 4. Mai | Pot Limit Omaha | 1.500 A$ |
| 5. Mai | Teams Event NLHE/PLO | 4.000 A$ |
| 6. Mai | Shot Clock Terminator | 1.500 A$ |
| 8. – 9. Mai | Deep Freeze NLHE | 2.500 A$ |
| 8. – 9. Mai | 5K PLO | 5.000 A$ |
| 10. Mai | Closing Event | 1.500 A$ |
Spannend wird vor allem zu beobachten sein, wie die internationale Szene auf das Comeback reagiert. Die Aussie Millions hatten immer die außergewöhnliche Fähigkeit, lokale Qualifikanten, australische Legenden, die asiatische High Roller-Szene und große Namen aus den USA und Europa zu vereinen. Für die Serie steht der Test an, ob sich eine der beliebtesten Marken im Live-Poker nach einer langen Pause wieder unter die Elite mischen kann.
Quellen – PokerNews, CrownMelbourne, X